Hat dein Partner Angst vor Liebe oder einer Beziehung mit dir?

Wege für Frauen, die der Beziehungsangst ihres Partners völlig hilflos und hoffnungslos gegenüberstehen

Wenn du auf dieser Seite gelandet bist, hast du wahrscheinlich schon einige meiner Beiträge über Beziehungsängste, Bindungsstile und emotional nicht verfügbare/erreichbare Menschengelesen. Dann weißt du sicher, dass ich selbst einmal so war wie dein (Herzens)Partner und gleichzeitig so wie du, denn ich geriet an Menschen, die so waren wie ich. Vielleicht gehörst du aber auch zu denen, die einen gesunden Bindungsstil haben und nur zufällig jemanden mit einem belastenden Bindungsstil kennengelernt haben.

Die Mehrheit allerdings trennt sich nicht und sucht weiter, sondern leidet – teilweise jahrelang – unter der Beziehungsangst ihres (Herzens)Partners, so sehr, dass sie daran verzweifeln. Sie wissen, sie müssen sich über kurz oder lang trennen, außer sie finden Wege, um ihn (und sich) von der Angst zu befreien: Hin zu ein wenig Mut, Vertrauen in dich, die Liebe und die Welt – weg von alten, negativen Erfahrungen, Selbstzweifeln, Grübeln, Wut über all die Ungerechtigkeiten und schlussendlich auch dem Bindungsstil, der ihn heute daran hindert, sich auf dich einzulassen. Doch selbst die netteste, selbstloseste und rücksichtsvollste Version deiner Selbst scheint es nicht zu vermögen, sein Misstrauen in Vertrauen zu wandeln? Das macht einen kaputt, mental und seelisch, und nimmt dir selbst ein Stück deiner Liebesfähigkeit und deines Vertrauens in die Liebe und Männer.

Was ich aus beiden Perspektiven gelernt habe: In der eigenen Angst machen wir Menschen oft Sachen, die uns das Gegenteil bringen. Wir verscheuchen andere dadurch, weil wir unsere eigenen Gefühle (nicht nur Angst, sondern auch Traurigkeit, Scham, Schuld und Wut) verscheuchen wollen. Deshalb stellen sich Frauen mit beziehungsängstlichen Männern auch häufig solche Fragen wie diese:

  • Wieso will er nicht mit mir zusammen sein?
  • Wieso bin ich nicht gut genug für ihn?
  • Wieso will er nichts Festes?
  • Liebt er mich nicht?
  • Wieso will er nur Freundschaft?
  • Ich bin mir sicher, dass ich ihm etwas bedeute. Wieso verhält er sich so distanziert?
  • Wieso will er nur mit mir schlafen?
  • Wieso verschwindet er nach dem Sex schnell wieder?
  • Wieso übernachtet er nie bei mir?
  • Wieso sind wir immer nur in meiner Wohnung, aber nie bei ihm?
  • Wieso will er meine Freunde und Familie nicht kennenlernen?
  • Wieso darf ich seine Freunde und Familie nicht kennenlernen?
  • Wieso will er nicht mit mir in den Urlaub fahren?
  • Wieso will er nicht mit mir zusammenziehen?
  • Wieso will er mich nicht heiraten?
  • Wieso will er kein Kind mit mir?

Und am wichtigsten: Was kann ich tun, damit sich das ändert? Doch die Antwort auf diese Frage ist abhängig vom Typ der Angst, was die wenigsten wissen. 

Es gibt vier Typen von beziehungsängstlichen Menschen – vier verschiedene Ängste, die sogar gleichzeitig wirken können:

  1. Personen mit Angst vor Verlust (aka Distanz) (Angst vor Bedeutungslosigkeit, Angst, nicht zu genügen, Angst, allein zu sein und/oder verlassen zu werden usw.)
  2. Personen mit Angst vor Nähe (Angst vor Intimität, räumlicher und menschlicher Nähe, Angst vor Inbeschlagnahme, Angst, im So-Sein erkannt zu werden usw.)
  3. Personen mit Angst vor Selbstverlust (sich und sein Leben zu verlieren, das, was Halt gibt, nicht erhalten zu können)
  4. Personen mit Angst vor Trennung (Angst, sich zu trennen und zu verletzen, sich zu beschuldigen und zu beschämen)

Aufgrund meiner Betroffenheit und Erfahrung mit Beziehungsangst werde von vielen Frauen und Männern aus beiden “Lagern” kontaktiert, um Lösungswege zu finden, nachdem ich hinter die Muster und Denkstrukturen geschaut habe. Das kann ich am besten. Nun kenne ich mich als ehemalige Betroffene mit Angst sehr gut aus (2x Agoraphobie mit Panikstörung, 2x reine Episoden der Panik, Versagensängste, Verlustängste, Angst vor Selbstverlust und Inbeschlagnahme usw.) und habe Jahrzehnte damit verbracht, hinter die Fassaden von Menschen  zu schauen, um ihr Inneres zu verstehen. Doch nicht jede*r weiß Angst so zu verstehen. Wüssten Frauen wie du Angst (ihre eigene und die ihres Partners) zu verstehen, würden sie sich weniger hilf- und wehrlos fühlen, wären selbstwirksam und vertrauensvoll. Sie könnten sich abgrenzen, respektvoll auf den Tisch hauen und sogar trennen, wann immer ihre Bemühungen ins Leere laufen. Sie wären aber vor allem in der Lage, sich mit dem Partner hinzusetzen und ruhig und gewaltsam mit ihm zu sprechen. Sie wüssten seine Angst zu “nehmen” und dennoch in ihr zu ruhen, so wie in ihren eigenen Ängsten. Sie könnten lieben und sich lieben lassen. (Und wir lieben alle auf unsere eigene Art und Weise.) Sie könnten allein sein statt verzweifelt, wenn er nicht bei ihnen sein kann/will, aus heiterem Himmel absagt oder plötzlich losmuss. Sie würden objektiv für sich, ihre Kommunikation und Beziehung die richtigen Entscheidungen treffen, weil sie in ihren Ängsten (die durch seine Ängste getriggert werden) keinen Zwängen mehr unterlägen. Sie könnten das Gute an der Liebe und an Beziehungen vorleben. Sie wären emotional frei und könnten jederzeit mit ihren Gefühlen umgehen, wenn sie hochschwappen.


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